Verantwortungsbewusst anlegen

Umsetzung in der ABS

    • Verantwortungsbewusst Geld anlegen ist möglich. Wir zeigen Ihnen wie Sie mit Ihrem Geld Sinnvolles für Mensch und Umwelt bewirken können. Spekulation und Gewinnmaximierung haben in der Anlagepolitik der ABS keinen Platz.

      Für unser Handeln in der Anlageberatung sind drei Prinzipien massgebend:

      1. Wir beziehen ökologische, sozial-ethische und finanzielle Faktoren ausgewogen in die Anlageentscheidung ein
      2. Wir berücksichtigen die Wirkung einer Anlage auf Gesellschaft und Umwelt
      3. Wir verzichten auf eine kurzfristige Renditemaximierung

      Bevor wir Ihnen eine Anlage empfehlen, durchläuft sie einen mehrstufigen Prozess mit klar definierten Selektionskriterien:

      Ausschlusskriterien: Garantiert nicht!

      Anlagen, die diese Kriterien tangieren, schliessen wir kategorisch aus unserem Anlageuniversum aus. Dazu gehören ganze Branchen oder Unternehmenszweige, auch Lieferanten werden in die Beurteilung mit einbezogen. Beispiele sind Kernenergie, Tabak- und Rüstungsindustrie.

      Förderkriterien: Davon bitte mehr!

      Was ein Unternehmen macht, ist für uns zentral: Unternehmen, die in unseren neun definierten Förderbereichen tätig sind oder in einem dieser Bereiche einen substanziellen Beitrag leisten, erhalten Pluspunkte.

      Die Förder- und Ausschlusskriterien sind in den Grundsätzen für unsere Geschäftstätigkeit definiert.

      Positive und negative Bewertungskriterien: Die Entwicklung berücksichtigen

      Für uns zählt nicht nur das Was, sondern auch das Wie: Uns ist wichtig, welchen Weg ein Unternehmen langfristig einschlägt und ob es sich für sozial-ethische und ökologische Aspekte engagiert. Verbesserungen werden in unserer Bewertung honoriert, Vernachlässigung oder Verschlechterungen geben Abzug.  Zum Beispiel: eine Zunahme von Treibhausemissionen führt zu einer negativen, die Verminderung von Lärmemissionen zu einer positiven Bewertung.

      Nichts ist so stetig wie der Wandel: Selektionskriterien müssen ständig überprüft, reflektiert und angepasst werden. Dabei werden wir vom Rat nachhaltige Anlagen unterstützt. Resultat ist unser sorgfältig zusammengestelltes Anlageuniversum. Unsere Spezialistinnen und Spezialisten in Unternehmensanalyse und Portfoliomanagement überprüfen es laufend für Sie.

      Die detaillierten Bewertungskriterien sind folgende:

      • SOZIALES ENGAGEMENT

        Dazu gehören folgende Massnahmen:

        • Mitarbeitende: Sicherstellung sozial verantwortungsvoller Arbeitsbedingungen im Unternehmen; Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden sowie Freiräume, um Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen; Sicherstellung einer angemessenen Bezahlung der Mitarbeitenden, eines überdurchschnittlichen Weiterbildungsangebots sowie Verankerung von Mitbestimmungsmöglichkeiten für die eigene Belegschaft; besondere Einbindung von sozial benachteiligten Menschen; Gewährleistung von Chancengleichheit; gezielter Abbau von Diskriminierung.
        • Partner- und Zulieferbetriebe: Die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Standards bei der Beschaffung und der Auswahl von Dienstleistungspartnerinnen und -partnern, insbesondere die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte; Zahlung angemessener Preise an Produzierende in Entwicklungs- und Schwellenländern; Reinvestition der Gewinne vor Ort sowie Sicherung von Arbeitsplätzen; Schaffung von sozialverträglichen Alternativen zur Kinderarbeit; Zahlung angemessener Löhne.
        • Gesellschaft: Schaffung und langfristige Sicherung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen; sozialverträgliche Massnahmen im Fall betriebsbedingter Kündigungen sowie gesellschaftliches Engagement über den Unternehmenszweck hinaus.
        • Produkte und Dienstleistungen: Produktion oder Erbringung von Dienstleistungen, die besonders auf die Bedürfnisse von sozial benachteiligten Menschen zugeschnitten sind und zur Verbesserung von deren sozioökonomischer Stellung sowie ihrer Integration beitragen.
      • GUTE CORPORATE GOVERNANCE

        Bei der Beurteilung von Unternehmen orientiert sich die ABS an den üblichen Kriterien für gute Corporate Governance. Zusätzlich betrachtet sie folgende Aspekte, die ihrer Meinung nach zu einem gemeinwohlorientierten, ganzheitlichen Führungsverständnis gehören:

        • Diversität der Gremien: Positiv bewertet die ABS eine hohe fachliche Diversität, die Vertretung verschiedener Anspruchsgruppen sowie eine ausgeglichene Geschlechterquote in den Entscheidungsgremien.
        • Keine Gewinnmaximierung: Die einseitige Ausrichtung von Unternehmen beziehungsweise der Eigentümerinnen und Eigentümer auf Rendite und Gewinn ist nicht mit einem ganzheitlichen und auf Langfristigkeit bedachten Führungsverständnis vereinbar und untergräbt das ökologische und soziale Engagement von Unternehmen.
        • Keine falschen Anreizsysteme: Rein finanzielle Anreizsysteme und eine Boni-Kultur führen zu einseitigen Führungsentscheiden, Interessenskonflikten, mangelnder Verantwortlichkeit und laufen somit einer guten Corporate Governance zuwider.
        • Transparenz: Eine hohe Transparenz über die gesamte Geschäftstätigkeit führt zu einer hohen Verantwortlichkeit gegenüber allen betroffenen Anspruchsgruppen und fördert somit eine auf das Gemeinwohl ausgerichtete Unternehmensführung.



      • ÖKOLOGISCHES ENGAGEMENT

        In diesem Bereich bewertet die ABS die Leistungen von Unternehmen wie das betriebliche Umweltmanagement, die Klima- und Ressourcenpolitik sowie die Massnahmen zum Erhalt der Biodiversität. Unter umweltbewusstem Wirtschaften versteht die ABS insbesondere:

        • Die ökologisch verträgliche Entwicklung, Produktion und der ökologisch verträgliche Vertrieb von umweltfreundlichen, langlebigen oder wiederverwendbaren Produkten.
        • Die Verringerung des unternehmensspezifischen Verbrauchs nicht erneuerbarer, natürlicher Ressourcen; die Förderung von geschlossenen Kreisläufen; die umweltverträgliche Entsorgung sowie Minimierung von schädlichen Emissionen und Treibhausgasen sowie Verbesserung der Energieeffizienz in der Betriebsführung; Nutzung von energieeffizienten, ökologisch verträglichen Wärmeversorgungssystemen, die sich aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder anderen regenerativen Energiequellen speisen.
  • Was bewirke ich mit meinem Geld auf der Bank?

    Die Verantwortung für Ihr Geld sollten Sie nicht am Bankschalter abgeben: Ihr Geld erzielt je nach Anlageklasse und Anlageobjekt eine unterschiedlich grosse direkte oder indirekte Wirkung, einen «Impact» auf Umwelt und Gesellschaft. Dabei ist zwischen «Investment-Impact» und «Unternehmens-Impact» zu unterscheiden.

    Investment-Impact

    Darunter verstehen wir die Hebelwirkung Ihres investierten Geldes. Bei einem direkten Investment-Impact erzielt Ihr Geld eine unmittelbare Wirkung.

    Zwei Beispiele:

    • Sie investieren CHF 100'000.- in eine ABS-Förder-Kassenobligation. Die ABS kann damit einen Kredit zu Förderkonditionen für eine Solaranlage vergeben, welche pro Jahr 9'000 kg CO2 einspart. Ihr Geld hat eine direkte, ökologische Wirkung.
    • Sie investieren CHF 100'000.- in ein treuhänderisches Darlehen. Die ABS stellt einem Sozialunternehmen einen Betriebsdarlehen zu Förderkonditionen zur Verfügung. Die Firma kann damit weitere Arbeitsplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung zur Verfügung stellen. Ihr Geld hat eine direkte, sozial-ethische Wirkung, indem Sie mithelfen, Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren. Das stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhang und entlastet langfristig die Sozialsysteme.

    Einen direkten Investment-Impact erzielen Sie mit einem ABS-Konto, ABS-Kassen- und ABS-Förder-Kassenobligationen, treuhänderischen Darlehen und nicht-börsenkotierten Aktien und Obligationen.

    Bei einem indirekten Investment erzielt Ihr Geld keine unmittelbare Wirkung, der Hebel ist geringer. Das Geld dient in diesem Fall dem Kapitalaustausch zwischen Anlegerinnen und Anlegern, d.h. es steht den Unternehmen, die Kapital brauchen nicht direkt zur Verfügung. Zu dieser Kategorie zählen börsenkotierte Aktien und Obligationen, Anlagefonds mit börsenkotierten Titeln und Vorsorgefonds.

    Unternehmens-Impact

    Von Unternehmens-Impact sprechen wir, wenn wir die Wirkung der Produkte und Dienstleistungen, die ein Unternehmen produziert bzw. anbietet, hinsichtlich ihres Beitrags zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Gesellschaft beurteilen. Hier geht es also nicht um die Hebelwirkung des Geldes, das Sie anlegen, sondern um das "wie und was" des zugrunde liegenden Unternehmens.

    Zwei Beispiele:

    • Tomra, führende Recycling-Firma Norwegens: Die Firma baut, verkauft und betreibt PET-Flaschen-Pfandautomaten, die in jedem Supermarkt in Norwegen stehen. Dadurch kann die Belastung durch Abfall, CO2, Energie usw. im Vergleich zum Nicht-Recycling von PET massiv reduziert werden. Tomra folgt dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Das Ziel ist, möglichst alle verwendeten Stoffe und Ressourcen nicht zu Abfall werden zu lassen, sondern so lange wie möglich wieder zu verwerten. Tomra hat einen hohen ökologischen Unternehmens-Impact.
    • Die Deutsche Bahn beschäftigt überdurchschnittlich viele Personen mit einer physischen oder psychischen Beeinträchtigung. Die positiven Effekte dieses Engagements sind vielfältig: Integration in den Arbeitsprozess, Sensibilisierung der Belegschaft für soziale Themen und Zusammenhalt und Solidarität in der Firma. Die Deutsche Bahn hat einen hohen sozialen Unternehmens-Impact.

    Wir beurteilen und überprüfen unser Anlageuniversum im Hinblick auf den Unternehmens-Impact. Sie profitieren in der Anlageberatung von unserer umfassenden Expertise.

  • Der Rat nachhaltige Anlagen unterstützt die Fachstelle Unternehmensanalyse, welche die Titel für unser Anlageuniversum auswählt. Er berät sie bei der Pflege und der Weiterentwicklung der Methode und fallweise bei der Bewertung von Unternehmen, Ländern und Organisationen.

    Dem Rat gehören vier externe Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten an. Bei der Auswahl ist darauf geachtet worden, dass sie über breite Fachkenntnisse verfügen und dass sowohl Personen aus der Praxis wie auch aus der Lehre vertreten sind.

    Die Mitglieder des Rats:

    Arthur Braunschweig, Geschäftsführender Partner von E2 Management Consulting AG; Prof. Claus-Heinrich Daub, Leiter des Kompetenzschwerpunkts nachhaltiges Management (Center for Sustainable Management) an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW; Barbara Dubach, Geschäftsführerin Engageability; Bettina Rüegge, Senior Research Analyst Inrate AG. Geleitet wird der Rat von Michael Diaz, Leiter Bereich Anlegen und Mitglied der ABS-Geschäftsleitung.