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24.02.2015

Nationalbank zwingt ABS zum Handeln

Die ABS reagiert auf die Einführung von Negativzinsen durch die Nationalbank und zahlt keine Zinsen mehr auf Zahlungsverkehrskonten. Bei grossen Guthaben gibt sie den Negativzins an die Kundinnen und Kunden weiter.

Ab dem 1. April 2015 zahlt die ABS auf allen Zahlungsverkehrskonten vorerst keinen Zins mehr. Liegen auf solchen Konten grosse Beträge, wird die ABS ihrerseits einen Negativzins verrechnen. Auf den Sparkonten werden Beträge über 100'000 Franken nicht mehr verzinst. Damit reagiert die Bank darauf, dass sie selbst auf ihrem Guthaben bei der Nationalbank (SNB) seit Ende Januar einen Zins von 0,75 Prozent zahlen muss. Die neue Regelung kommt die ABS teuer zu stehen: Das Geld, das sie bei der SNB deponiert, kostet sie neu Zinsen in der Grössenordnung des Jahresgewinns. Auf diesen Gewinn ist sie aber angewiesen, um die Eigenkapitalbasis zu stärken und die Bank weiterzuentwickeln.

Auswirkungen auf Kundinnen und Kunden

Die ABS hat darum beschlossen, die Auswirkungen der Negativzinsen teilweise an die Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Das tut sie bewusst mit Zinsanpassungen und nicht über höhere Gebühren. Solche würden die Sparerinnen und Sparer mit wenig Vermögen stärker treffen, als jene mit grossen Vermögen. Mit den angepassten Zinsen wird zudem deutlich: Wer der Bank sein Geld langfristig zur Verfügung stellt, zum Beispiel mit einer Kassenobligation, bekommt einen Zins. Wer kurzfristig über sein Geld verfügen können will und es deshalb auf einem Konto hat, bekommt keinen. Martin Rohner, Vorsitzender der ABS-Geschäftsleitung, sagt dazu: «Wir freuen uns nach wie vor über neue Kundinnen und Kunden. Für uns ist es aber ein Vorteil, wenn sie ihr Geld so anlegen, dass es uns über eine längere Zeit zur Verfügung steht.» Damit könne die ABS beispielsweise Kredite mit längeren Laufzeiten vergeben, die für Kreditnehmende wesentlich attraktiver seien. Mit allen, die von den Negativzinsen betroffen seien, werde die ABS nach Lösungen suchen und sie motivieren, ihr Geld der Bank in anderer Form zur Verfügung zu stellen, sagt Martin Rohner.