Stellungnahmen

Transparenz schaffen

17.10.2014

Kundenschutz: FIDLEG bleibt auf halbem Weg stehen

Das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) will Bankkundinnen und -kunden besser schützen. Die Alternative Bank Schweiz begrüsst dies. Sie glaubt aber, dass das Ziel mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf nicht erreicht wird. Deshalb schlägt sie drei Verbesserungen vor.

Schlecht beratene Anlegerinnen und Anleger vor der Finanzkrise, Bankinstitute, die sich sträuben, Retrozessionen an die Kundschaft weiter zu geben – die Vergangenheit hat es deutlich gemacht: Verbesserungen des Kundenschutzes bei Finanzdienstleistungen sind nötig. Vor diesem Hintergrund begrüsst die Alternative Bank Schweiz (ABS) die entsprechenden Bestrebungen des Bundesrats. Die Massnahmen, die im Gesetzesentwurf vorgeschlagen werden, vermögen jedoch nicht restlos zu überzeugen. Die ABS empfiehlt drei Verbesserungen: Es braucht Instrumente, die die Kundschaft befähigen, beim Anlegen gute Entscheidungen zu treffen, mehr Transparenz im Kundendialog und Anreize für Banken, sich kundenfreundlich zu verhalten.

Verantwortungsbewusstsein stärken

Erstens fordert die ABS im Gesetz Massnahmen, die das verantwortungsbewusste Handeln von Kundinnen und Kunden stärken. Das vorgesehene Basisinformationsblatt für alle Finanzprodukte zielt zwar in diese Richtung, es fehlen darin jedoch entscheidungsrelevante Informationen. Die ABS schlägt vor, dass das Basisinformationsblatt Angaben zu sozialen oder ökologischen Auswirkungen eines Finanzinstruments ausweist. Nur unter Einbezug von diesen Nachhaltigkeitskriterien ist eine ganzheitliche Risikoaufklärung und eine verantwortungsbewusste Entscheidung der Kundschaft möglich.

Vollständige Transparenz herstellen

Zweitens plädiert die Alternative Bank Schweiz für vollständige Transparenz. Im Gesetzesentwurf fehlen Massnahmen, um persönliche Interessenkonflikte in der Kundenberatung offenzulegen. Diese ergeben sich insbesondere aus den Anreiz- und Bonussystemen der Banken für ihre Mitarbeitenden. Einerseits erhalten die Kundenberaterinnen und Kundenberater bei den meisten Bankinstituten volumen- und produktbasierte Zielvorgaben, andererseits wird die Zielerreichung an das Bonussystem gekoppelt. Diese Abhängigkeit, der die Beraterinnen und Berater unterliegen, sollte der Bankkundschaft transparent aufgezeigt werden müssen.

Richtige Anreize setzen

Anstatt neue und teure Kontrollinstanzen einzuführen, sollten drittens mehr Anreize geschaffen werden, damit sich die Finanzinstitute an den Interessen der Kundinnen und Kunden orientieren. Die ABS begrüsst, dass das Ombudswesen gestärkt werden soll. Ergänzend schlägt die Bank ein Anreizsystem vor: Institute, gegen die keine Beschwerde von Kundenseite erhoben wird, sollten weniger Kosten tragen beziehungsweise Geld zurückerstattet erhalten und umgekehrt.