Stellungnahmen

Transparenz schaffen

17.09.2019

Stellungnahme: Die ABS fordert klimafreundlichen Bankenplatz Schweiz

Banken tragen Verantwortung für das Klima und sollen diese übernehmen. Das fordert die Alternative Bank Schweiz, die sich seit ihrer Gründung für den Klimaschutz einsetzt. Damit der Bankenplatz Schweiz klimafreundlicher wird, sind auch die Politik, die Regulierungsbehörden sowie die Kundschaft und das Aktionariat der Banken gefordert.

Illustration: artischock.net

Die Klimakrise ist eine Tatsache und zeigt sich auch in der Schweiz in aller Deutlichkeit. Ent­sprechend werden das Klima und der Klimaschutz in der Öffentlichkeit so engagiert diskutiert wie noch nie. Dabei ist auch der Beitrag der Banken zur Klimaerwärmung in den Fokus ge­rückt: Studien gehen davon aus, dass alle Finanzflüsse aus der Schweiz ein Vielfaches der CO2-Emissionen generieren, die von allen Bewohnern der Schweiz zusammen verursacht werden. Immer mehr Banken anerkennen den Einfluss, den sie mit ihren Finanzierungs-, Anlage- und Investitionsentscheiden auf das Klima haben, und suchen nach Möglichkeiten, die Emissionen ihrer Geschäftstätigkeit zu reduzieren. Die Alternative Bank Schweiz (ABS) ruft sie auf, diesen Weg kon­sequent und ganzheitlich zu gehen:

  • Banken sollen den ökologischen Fussabdruck ihrer gesamten Geschäftstätigkeit messen und öffentlich machen. Einerseits sind die so gewonnenen Daten ein wich­tiges Instrument, mit dem Banken ihre Geschäftstätigkeit auf klimafreundliche Geschäfte ausrichten können. Andererseits machen sie damit ihr Handeln überprüfbar und geben der Öffentlichkeit die Möglichkeit, nötigenfalls ein klimafreundlicheres Verhalten einzufor­dern.
  • Banken sollen ihre Treibhausgasemissionen entlang des Absenkungspfads reduzieren, wie er im Pariser Klimaabkommen festgelegt ist. Das erfordert, dass Ban­ken sowohl im Kredit- wie auch im Anlagegeschäft zwischen klimafreundlichen und kli­maschädlichen Projekten und Unternehmen unterscheiden. Besonders klimaschädliche Projekte und Unternehmen, die auch bezüglich sozialer Nachhaltigkeit nicht überzeugen, sollen sie aus ihrer Finanzierungs- und Anlagetätigkeit ausschliessen. Projekte und Unternehmen hingegen, die zum Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und Gesellschaft beitragen, sollen sie bewusst fördern. Für die entsprechende Bewertung der Projekte und Unternehmen sind klare Kriterien nötig, die für die Entscheidungen der Banken ebenso wichtig sein müssen wie Renditeüberlegungen.
  • Banken sollen ihre Kundinnen und Kunden sensibilisieren. Sie haben es im Beratungsprozess in der Hand, ihre Kundschaft über den Zusammenhang zwischen der Geschäftstätigkeit der Banken und dem Klimawandel aufzuklären. Damit befähigen sie ihre Kundschaft, sich als kritische Konsumentinnen und Konsumenten zu verhalten und bei der Wahl von Bankangeboten deren Auswirkung auf das Klima zu berücksichtigen. Mutige Banken werden sich von klimaschädlichen Angeboten ganz verabschieden und auf die stark wachsende Nachfrage nach sozial-ökologischen Produkten setzen. 

Nicht nur die Banken stehen in der Verantwortung 

Für einen tiefgreifenden und raschen Wandel des Bankenplatzes müssen aus Sicht der ABS aber nicht nur die Banken Verantwortung übernehmen: 

  • Entscheidend ist auch, dass sich die Politik zu einem klimafreundlichen Finanz­system bekennt. So sind gesetzliche Standards erforderlich, die Banken und andere Finanzinstitute innert nützlicher Frist dazu verpflichten, die Finanzflüsse von klimaschäd­lichen hin zu klimafreundlichen Unternehmen und Projekten umzulenken. Weiter soll per Gesetz festgehalten werden, dass es zur treuhänderischen Pflicht der Banken gehört, Klimarisiken zu berücksichtigen. Sie sollen deshalb verpflichtet werden, die Klimarisiken und Klimaauswirkungen von Finanzprodukten und Investitionen offenzulegen. Aber auch die Chancen von klimafreundlichen Investitionen transparent aufzuzeigen. So erhalten Investorinnen und Investoren wichtige Angaben zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Dazu braucht es für alle geltende, vergleichbare Standards zur Berichterstattung. Sämtli­che gesetzlichen Vorgaben sollen ergebnisorientiert gestaltet sein und auch von kleine­ren Instituten effizient umgesetzt werden können.
  • Wie von der Politik erwartet die ABS auch von den Regulierungsbehörden, dass sie die Zeichen der Zeit erkennen und sich von sich aus für einen klimafreundlichen Bankenplatz Schweiz engagieren. Letztlich geht von klimaschädlichen Anlagen und Krediten auch ein finanzielles Risiko für das Finanzsystem aus, das von Klimarisiken wie Überschwemmungen, Dürren oder Stürmen ausgeht. Vor diesen Risiken gilt es unsere Finanzmärkte zu schützen. Es ist deshalb an der Zeit sich von der Idee zu lösen, dass der Markt alle Probleme von alleine löst. Auf regulatorischer Ebene sind die nötigen Massnahmen in die Wege zu leiten, genauso wie das international bereits geschieht.
  • Neben den Banken, der Politik und den Regulierungsbehörden sind letztlich auch die Kundinnen und Kunden, die Anlegerinnen und Anleger sowie das Aktionariat der Banken gefordert. Diese sollen keine kurzfristige Renditemaximierung anstreben, son­dern bei ihren Anlage- und Kreditentscheiden die langfristigen Auswirkungen auf das Klima berücksichtigen und mit ihrem Geld das Klima schützen. Banken brauchen eine Aktionärsbasis, die sie nicht in erster Linie am Profit messen, sondern daran, welchen Beitrag sie zur nachhaltigen Entwicklung leisten.  

Öffentlicher Druck ist nötig

Bis der Bankenplatz Schweiz die Kehrtwende hin zur Klimafreundlichkeit geschafft hat, braucht es nach wie vor Menschen und Organisationen, die den öffentlichen Druck auf die Politik und die Bankenbranche aufrechterhalten. Die ABS solidarisiert sich deshalb mit der Klimabewegung und allen Menschen, die ihrem Wunsch nach einer klimaverträglichen Zu­kunft in der Öffentlichkeit zum Ausdruck bringen. Zudem will sie selbst als gutes Beispiel vorangehen: Seit ihrer Gründung setzt sich die Bank mit ihrer gesamten Geschäftstätigkeit für den Klimaschutz ein (siehe Kasten unten). Sie vermittelt kein Geld an klimaschädliche Unternehmen und Projekte und fördert stattdessen Unternehmen, die das Klima schützen. Ihren Geschäftsbetrieb führt sie verantwortungsvoll und achtet auf einen schonenden Umgang mit den Ressourcen. Schliesslich berichtet sie regelmässig über die klimatischen Auswirkungen ihrer Geschäfts­tätigkeit.

ABS schützt das Klima seit ihrer Gründung

 

Die ABS ist seit ihrer Gründung dem Klimaschutz verpflichtet. Dabei setzt sie auf folgende Massanhmen: 

  1. Ausschlusskriterien, die zu einer Vermeidung von Treibhausgasemissionen führen: Ausgeschlossen werden Unternehmen, die massgeblich zur Beschleunigung des Klimawandels beitragen. Dazu gehört insbesondere die Förderung von und der Handel mit fossilen Energieträgern, Flugzeughersteller, Flug- und Kreuzfahrtgesellschaften sowie die Hersteller von treibhausgasintensiven Fahrzeugen, Maschinen und Heizungen. Zudem investiert die ABS nicht in Wertpapiere von Ländern, die den Klimaschutz missachten und sich nicht zu den internationalen Klimazielen bekennen.

  2. Förderkriterien, die eine Ausrichtung des Geschäftsmodells auf erneuerbare Energien, ökologisches Bauen, umweltschonende Mobilität und zukunftsweisende Geschäftsmodelle begünstigen. Beispielsweise dienen 9,4 Prozent des Kreditportefeuilles der Finanzierung von erneuerbaren Energien. 

  3. Transparenz in Bezug auf Kredite: Die ABS veröffentlicht Kreditnehmerin, Betrag und Verwendungszweck von Krediten.

  4. Transparenz in Bezug auf Anlagen: Als erste Schweizer Bank hat die ABS 2016 in Zusammenarbeit mit der South Pole Group den CO2-Fussabdruck ihres gesamten Anlagegeschäfts analysiert und ausgewiesen.

  5. Betriebliche Ökologie: Die ABS führt ihren Geschäftsbetrieb verantwortungsvoll und achtet auf einen schonenden Umgang mit den Ressourcen. Sie bezieht ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Zudem achtet die ABS auf Energieeffizienz in ihren Büros. Die nicht vermeidbaren CO2-Emissionen werden von der ABS rückwirkend mit einem sozial und ökologisch vorbildlichen Projekt der Stiftung Myclimate kompensiert.

  6. «Paris Pledge to quit Coal»: Als erste Schweizer Bank hat die ABS das «Paris Pledge to quit Coal» unterzeichnet. Damit verspricht sie öffentlich, weiterhin alles daran zu setzen, nicht in Kohle als Energieträger zu investieren. Das Paris Pledge ist von der Nichtregierungsorganisation Banktrack kurz vor der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris lanciert worden. Mit der Kampagne will Banktrack Banken verpflichten, ihren Beitrag zu leisten, damit die Klimaerwärmung gestoppt wird.

  7. «GABV Climate Change Commitment»: Als erste Schweizer Bank hat die ABS das «Climate Change Commitment» der Global Alliance for Banking on Values unterzeichnet. Dieses sieht vor, dass die partizipierenden Banken bis 2021 die Klimaemissionen ihrer gesamten Geschäftstätigkeit messen, veröffentlichen und Massnahmen treffen, um die Emissionen entsprechend dem im Rahmen des Pariser Klimaabkommens vorgesehenen Absenkungspfad zu reduzieren.
 

Weitere Auskünfte und Interviewtermine

Simon Rindlisbacher, Mediensprecher
Tel. 062 206 16 93
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