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V

or 21 Jahren hat eine Gruppe von

MedizinerInnen, PsychologInnen und Pfle-

ge-Fachleuten im Kurhotel Schützen die

Klinik Schützen eröffnet. Dem Gedanken-

gut der Reformpsychiatrie um den Triester

Arzt Franco Basaglia nahe stehend, woll-

ten die jungen ÄrztInnen eine andere Form

der stationären Betreuung von Patienten

mit psychischen Krankheiten erproben:

Integration statt Ausgrenzung, flache Hier-

archien unter dem medizinischen und pfle-

genden Personal, weit gehende Selbstbe-

stimmung für die PatientInnen sowie eine

Umgebung, die den Heilungsprozess för-

dern und das Selbstwertgefühl der Patient-

Innen stärken würde. «Das Hotel selber litt

zunehmend unter schlechter Auslastung,

während die Klinik expandierte», erinnert

sich Samuel Rom, Geschäftsleiter/CEO

der Schützen Rheinfelden AG, «und Mitte

der neunziger Jahre bot sich die Gelegen-

heit, den ganzen Komplex zu übernehmen.

Plötzlich waren wir also Hotelbesitzer und

mussten uns überlegen, wie wir das grosse

Haus wirtschaftlich führen würden.» Das

Klinikangebot wurde ausgebaut, neu hin-

zu kam eine Kombination von Hotel- und

Seminarbetrieb. Dass man für die Finan-

zierung an die ABS gelangen würde – nun,

das erklärt sich aus der Entstehungsge-

schichte der Klinik.

Klinik-Hotels mit Parkanlagen

«Wir sind ein Konzern geworden mit

über 20 Millionen Franken Umsatz und

gegen 250 MitarbeiterInnen», konstatiert

Samuel Rom, der zur ersten Nachgrün-

der-Generation gehört. Zur Hotel-Klinik

Schützen mit zwei Restaurants (einem sehr

gediegenen und einem einfacheren) und

einem Kultur- und Jazzkeller ist vor zwei-

einhalb Jahren das «Eden im Park» hinzu-

gekommen. Das Eden liegt direkt über dem

Bahnhof und ist ebenfalls ein traditionsrei-

ches Kurhotel mit Parkanlage und Bädern.

Insgesamt stehen in den beiden Häusern

zusammen 75 Patienten- und 35 Hotelzim-

mer zur Verfügung; damit gehört die Klinik

Schützen Rheinfelden zu den grössten Pri-

vatkliniken der Nordwestschweiz und wird

von den Krankenversicherern anerkannt.

Auch halbprivat und allgemein versicherte

PatientInnen mit Zusatz «ganze Schweiz»

werden aufgenommen.

Sanft renoviert

Schrittweise, mit Umsicht und Ge-

schmack, ist vor kurzem die ganze Anlage

des Schützen sanft renoviert worden. Die

Zimmer sind alle ähnlich eingerichtet, ob

Hotel- oder Patientenzimmer. Sie sind hell,

komfortabel und bis ins Detail liebevoll

möbliert. Der Charme des alten Kurhotels

ist erhalten geblieben; Parkettböden, Trep-

penhäuser, Balkone sind fast wie einst.

Glanzstück des Schützen ist der Jugend-

stilsaal für Konferenzen und grössere An-

lässe. Auf allen Geschossen gibt es kleine

Sitzecken mit Korbsesseln oder Sofas; die

Patientenabteilungen haben ihre eigenen

Speisezimmer, Aufenthaltsräume oder Tee-

küchen, farbig, freundlich und ganz ohne

Spitalgeruch. Die PatientInnen – da schim-

mert noch der Reformgeist der Gründer-

jahre durch – sind von den übrigen Gästen

nicht separiert. Die Mahlzeiten kommen

aus der Restaurantküche: Synergien wer-

den genutzt. Die Solebäder – das gilt für

den Schützen und das Eden – sind für Ho-

ABS-Kreditprojekt

Nr. 3 | 15. Sept. 2003

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Pastellfarbene Fahnen flattern im Wind, ein bunter Wald. Im gepflegten Park mit Garten-

restaurant, altem Baumbestand und einem hübschen kleinen Pavillon erhebt sich der

markante Bau des Schützen, dem 1855 erbauten Kurhotel am Rande der Rheinfelder Alt-

stadt. «Bains» steht über dem Eingang zum Bädertrakt – in den glanzvollen Zeiten des

Bädertourismus liebte man französische Eleganz. Die Entdeckung der Salzquellen Mitte des

19. Jahrhunderts hat das Städtchen Rheinfelden zum beliebten Kurort gemacht. Die alten

Gasthöfe richteten Solebäder ein, und ausserhalb der Stadtmauern entstanden zahl-

reiche vornehme Badehotels, wo Gäste aus dem In- und Ausland standesgemäss logierten.

Klinik-Hotel Schützen Rheinfelden

«Man wird als Gast und nicht

als Patient behandelt»

Kein Krankenhausmief und Kurhausplüsch:

In den Räumen des Klinik-Hotels Schützen

Rheinfelden fühlen sich die PatientInnen als

Gäste wohl.