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Kurz

Editorial

4

moneta 4—2016

DirtyDiesel –

das dreckige Geschäft

inAfrika

Schweizer Rohstofffirmen belie­

fern afrikanische Länder mit

giftigen Treibstoffen, die in der

Schweiz niemals verkauft

werden dürften. Dies enthüllt

eine Studie, die Public Eye (vormals: Er­

klärung von Bern) Mitte September veröf­

fentlicht hat. Die Firmen nutzen die

schwachen Standards in afrikanischen

Ländern aus und produzieren speziell

für diese Märkte dreckigen Diesel und gifti­

ges Benzin.Messungen haben gezeigt,

dass der Schwefelstoffgehalt imDiesel bis

zu 378-mal höher ist als bei uns erlaubt.

Die gesundheitlichen Folgen für die afrika­

nische Bevölkerung, vor allem in den

Grossstädten, sind verheerend. Hier steigt

die Luftverschmutzung am stärksten

weltweit. Atemwegserkrankungen

und Lungenkrebs treten immer häufiger

auf. Firmen wie Trafigura, Vitol oder

Addax & Oryx ignorieren diese Probleme

und schlagen weiterhin Profit aus dem

Geschäft.

Auf 160 Seiten zeigt der Report von

Public Eye Hintergründe auf, präsentiert

Testresultate und dokumentiert die

Folgen des Geschäfts mit giftigem Treibstoff.

Der Report kann unter

www.publiceye.ch

für 20 Franken bestellt oder kostenlos her­

untergeladen werden (nur auf Englisch

erhältlich).

(se)

Banken finanzieren

Abholzung

Seit dem Jahr 2000 hat die Erde mehr als eine

Million Quadratkilometer an tropischem

Regenwald verloren. Das entspricht etwa

der Grösse Ägyptens. Die Regenwälder Süd­

ostasiens sind besonders hart von der Ent­

waldung betroffen, die ökologischen und so­

zialen Auswirkungen der Abholzung

enorm. Das alles ist nicht neu. Neu ist, dass

eine Website zeigt, welche Rolle die Finanz­

welt bei der Abholzung und Waldschädigung

Südostasiens spielt. Allein in den vergan­

genen fünf Jahren haben Banken und Inves­

toren 38 Milliarden

US

-Dollar in südost­

asiatische Unternehmensaktivitäten

gesteckt, die mit einem Entwaldungsrisiko

verbunden sind. Die neue Website ist

Teil einer Kampagne, die von verschiedenen

NGOs (z. B. Rainforest Action Network)

lanciert wurde. Sie zielt darauf, dass Banken

die für die Forstwirtschaft relevanten

Standards in ihre Reglemente aufnehmen.

Genauso wichtig ist es, dass sie regelmässig

kontrollieren, ob diese in der Kredit-

und Anlagepraxis auch tatsächlich einge­

halten werden. Das Datenmaterial ist in­

haltlich und optisch sehr gut aufbereitet.

(bb)

Die Vorweihnachtszeit ist für viele mit

Stress verbunden, nicht zuletzt, weil

es jetzt ums Schenken geht. Denn Schen­

ken ist bekanntlich in unserer Über­

flussgesellschaft gar nicht einfach. Über­

fluss herrscht in der Adventszeit auch

am Schreiben und Reden übers Schenken.

Die Zeitungen und Zeitschriften sind

voll von Tipps, was wir unseren Lieben

Originelles unters Bäumchen

legen könnten. Und jetzt schreibt auch noch die moneta

übers Schenken? Ja, wir haben uns dafür entschieden,

weil Schenken viel mehr bedeutet, als Weihnachtspäckli zu

schnüren: Muriel Raemy berichtet über die mehr als

zwei Millionen Freiwilligen in der Schweiz, die Jahr für Jahr

ihre Zeit und ihre Fähigkeiten verschenken, indem sie sich

für gemeinnützige Projekte einsetzen. Bärbel Bohr beschreibt,

wie das Schenken zu einer wirtschaftspolitischenMass­

nahme wird, wenn es in Form eines regelmässigen Schulden­

erlasses für sozialen Ausgleich sorgt. Der Philosoph

und Publizist Christoph Quarch legt dar, dass das Schenken

eine viel ursprünglichere Form der menschlichen Ökono­

mie und Kommunikation ist als das vorherrschende Prinzip

des Kaufens und Verkaufens – und schätzt, dass es in

Zukunft wieder wichtiger werden dürfte.

Ich wünsche Ihnen eine stressfreie Vorweihnachts­

zeit und hoffe, dass wir Ihnen mit dieser moneta den

einen oder anderen bereichernden Gedanken schenken

können.

Katharina Wehrli, Redaktionsleiterin

Mehr als Weih­

nachtsgeschenke

moneta

Zeitung für Geld und Geist

#4—2016

moneta erscheint vierteljährlich in deutscher und französischer Sprache und geht kostenlos an Kundinnen

und Kunden der Alternativen Bank Schweiz

AG

(

ABS

). Die Wiedergabe von Texten und eigenen Illus­

trationen ist nur unter Quellenangabe und mit schriftlicher Zustimmung der Redaktion erlaubt

Herausgeberin

Alternative Bank Schweiz

AG

Redaktion

Bärbel Bohr

(bb),

Sarah Eggo (se)

,

Muriel Raemy

(mr),

Katharina

Wehrli 

(Leitung, kw),

Dominique A. Zimmermann

(dz)

Inserate

Bruno Bisang

Layout, Illustrationen

Clerici Partner

Design, Zürich Titelbild

Daniel Rihs

Druck

ROPRESS

Genossenschaft, Zürich

Papier

Cyclus Print, 100 Prozent

Recycling

Adresse

Alternative Bank Schweiz

AG

, moneta, Amthausquai 21, Postfach, 4601Olten, Telefon

062 2061616, moneta

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