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Thema Vernetzt

moneta 3—2017

21

und Nachteile vom Datenaustausch zwischen Banken

und anderen Unternehmen dar. Die rege Diskussion

zeigte, wie aktuell das Thema für Social Banks ist.

Anders als andere

Vieles ist anders, wenn Social Bankerinnen und

Banker sich zu einer Weiterbildung treffen; denn Social

Banking ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt, son-

dern eine Kultur, die man verinnerlicht. So wurde an der

Summer School nicht nur fachlich-theoretisches Wissen

vermittelt, sondern es gab einiges mit Hand und Herz zu

erfahren. Jeder Tag begann mit einem besonderen Ein-

stieg: Einmal konnten die Teilnehmenden modellieren

und aktuelle Herausforderungen des Social Banking mit

Ton darstellen. An einem anderen Morgen wurden alle

mit einem autogenen Training auf den Tag eingestimmt.

Um vorgefasste Meinungen überdenken zu können, hat-

ten alle Teilnehmenden am Morgen und am Abend

Zeit, ein Tagebuch zu führen. Man erhielt am Morgen

einige Fragen, die man schriftlich beantwortete. Am

Abend wandte man sich denselben Fragen nochmals

Das

ISB

ist die einzige Institution im europäischen Raum, die auf Aus-

und Weiterbildungen imBereich Social Banking und Social Finance

spezialisiert ist. Es wurde 2006 von zwölf ethisch orientierten Banken und

Finanzdienstleistern gegründet, unter ihnen die

ABS

, die auch imVor-

stand des

ISB

vertreten ist. Heute zählt das Institut fünfzehnMitglieder aus

zwölf verschiedenen europäischen Ländern. Die Angebote reichen von

der jährlich stattfindenden Summer School über Expert Labs bis hin zu der

Entwicklung von Ausbildungsmodellen für Social Banking. Die Global

Alliance for Banking on Values ist ein wichtiger Partner des

ISB

.

Das Institute

for Social Banking (

ISB

)

Bei der Schluss­

präsentation wurde

unter anderem mit

einem Theater darge­

stellt, was Schenk­

geld bewirken kann.

zu und prüfte, wie das neue Wissen die Sicht auf die

gestellten Fragen verändert hatte. So wurde zum Bei-

spiel nach einer Definition von Social Banking gefragt,

die durch das neu Erlernte bei einigen Teilnehmenden

erweitert wurde: In Ländern wie der Schweiz steht bei-

spielsweise das Thema des Zugangs zu Finanzdienst­

leistungen für alle nicht im Zentrum der Tätigkeit, in

anderen Ländern wiederum gehört es zum Kerngeschäft

des Social Banking.

Vernetzung und Motivation

Genauso wichtig wie die Weiterbildung waren die

Begegnungen mit anderen Social Bankerinnen und Ban­

kern. In verschiedenen Gruppen tauschte man sich re-

gelmässig aus, beispielsweise in den sogenannten Home-

groups. Etwa sieben Personen aus verschiedenen Banken

trafen sich mit ihrem Leiter und tauschten ihre Erfah-

rungen aus den Workshops aus. Hier zeigte sich deut-

lich, wie unterschiedlich die Herangehensweise an Her-

ausforderungen ist – je nach Bank und Kultur, in der

man sich befindet. Oft sprach man über die Gründe,

wieso man sich für eine Arbeit bei einer Social Bank

entschieden hat. Manche sind eher zufällig zu Social

Bankerinnen oder Bankern geworden, andere aus Über-

zeugung. Wieder andere hatten genug vom konventio-

nellen Banking und suchten nach Alternativen. Was alle

einte, war ihre Begeisterung für das Social Banking

und die Möglichkeit, sich für ein nachhaltigeres Bank-

system und eine nachhaltigere Wirtschaft und Gesell-

schaft einzusetzen.

An der Summer School waren so viele motivierte

Menschen an einem Ort, dass man den «spirit» des So­

cial Banking spüren konnte, was im hektischen Alltags­

geschäft nicht immer möglich ist. Diese Erfahrung ist

etwas vom Wertvollsten, das die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer mit nach Hause nehmen konnten – denn an

der Summer School wurde eines deutlich: Social Banking

ist mehr als ein Job, es ist eine Einstellung.

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