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moneta 3—2017

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 Die seiten der abs

Anlagen in die

nachhaltige Landwirt-

schaft im Trend

ABS

-Kundinnen und -Kunden können sich über ein Vermögens­

verwaltungsmandat an nachhaltigen Investitionsfonds wie

dem Impact Finance Fonds beteiligen. Dieser finanziert ausge-

wählte Unternehmen entlang der landwirtschaftlichen Wert­

schöpfungskette in Entwicklungs- und Schwellenländern. Solche

Fonds waren in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Das

stellte die Fonds vor neue Herausforderungen.

Text: Karla Jahncke, Mitarbeiterin Asset Management

Die industrielle Landwirtschaft ist in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik

geraten. Sie setzt auf den Einsatz von Stickstoffdünger, um die Produktion zu

steigern, Urwaldrodungen für Acker- und Weideland, die Zerstörung von Böden

und die intensive Tierhaltung. Die

ABS

steht dieser Art von Landwirtschaft

sehr kritisch gegenüber und schliesst sie sowohl bei der Vergabe von Krediten

als auch bei der Wahl von Anlagemöglichkeiten aus. Stattdessen fördert sie

eine nachhaltige Landwirtschaft. Diese stellt Verfahren in den Mittelpunkt, welche

die Produktivität der Böden verbessern, eine tiergerechte Haltung sichern und

gleichzeitig die schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt minimieren.

Beliebte Investitionsfonds

Während die

ABS

mit dem Kreditgeschäft die nachhaltige Landwirtschaft in

der Schweiz begünstigt, erreicht sie mit dem Anlagegeschäft auch jene im

Ausland. So haben die Kundinnen und Kunden der

ABS

über ein Vermögens­

verwaltungsmandat die Möglichkeit, sich an Investitionsfonds wie dem Im-

pact Finance Fonds zu beteiligen. Dieser investiert in ausgewählte Unternehmen

entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette in Entwicklungs- und

Schwellenländern – beispielsweise in das Kosmetikunternehmen Kahai, das

mit dem Anbau von Cacay-Bäumen zur Restauration des Ökosystems beiträgt,

oder in den Getränkeproduzenten Runa, welcher der ecuadorianischen Urbe­

völkerung eine Alternative zum Coca-Anbau bietet (siehe Kasten). In den letzten

Jahren gewannen solche Investitionsfonds bei Anlegerinnen und Anlegern

stark an Beliebtheit. Sie versprachen nicht nur eine hohe positive Wirkung, son-

dern auch attraktive Renditen. Deshalb sind sie in kurzer Zeit stark gewach-

sen – einige davon um rund 30 Prozent innerhalb eines Jahres.

Erfolg als Herausforderung

Der Erfolg stellte viele dieser Fonds vor eine neue Herausforderung: Sie konn-

ten nicht mehr die ganze Geldmenge, die ihnen anvertraut wurde, in den an­

gestammten Investitionsfeldern anlegen. Die positive Folge war, dass sie deshalb

diversifizieren mussten, also in neue Bereiche investierten. Sie legten das Geld

ihrer Kundinnen und Kunden zum Beispiel in die Herstellung landwirtschaftlicher

Produkte an, die weniger bekannt waren als die Klassiker Kakao und Kaffee

und bisher weniger berücksichtigt worden waren. Was die positive Wirkung an-

belangt, konnten die Fonds ihr Versprechen also halten. Sie war sehr hoch,

zudem weiteten die Fonds ihren Wirkungskreis aus. Die Renditen hingegen blie-

ben hinter den Erwartungen zurück. Denn um den Einstieg in die neuen

Bereiche zu meistern, fehlte bei manchen die zusätzlich notwendige Expertise.

Kahai

ist ein Kosmetikunternehmen,

das 2009 in der Region Llanos im

kolumbianischen Regenwald gegründet

wurde. Es stellt Kosmetika aus nach

­

haltig produzierten Cacay-Nüssen her

und beschäftigt 35 Mitarbeitende.

Der Impact Finance Fonds arbeitet seit

2015 mit Kahai und hat seitdem dem

Unternehmen einen Kredit in Höhe von

zwei Millionen

US

-Dollar zur Ver­

fügung gestellt. Das Darlehen hat dem

Unternehmen ermöglicht, 480 Hektar

Land zu kaufen, um 120000 Cacay-Bäu-

me zu pflanzen. Cacay-Bäume kön-

nen eine hohe Konzentration von CO

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aufnehmen, die Bodenqualität erheb-

lich verbessern und zur Restauration des

Ökosystems beitragen. Zudem ver-

kauft Kahai Cacay-Saatgut an die örtli-

chen Landwirtinnen und Landwirte

und ermöglicht ihnen dadurch den Aus-

stieg aus der Coca-Produktion.

Das Unternehmen

Runa

wurde 2009 in

New York gegründet und verkauft Eis-

tee, Energy-Drinks und Tees, die aus der

Pflanze Guayusa hergestellt werden.

Der Runa-Energy-Drink war der erste na-

türliche, biologische und fair produ­

zierte Energy-Drink auf dem

US

-Markt.

Durch die Zusammenarbeit mit

ecuadorianischen Bäuerinnen und Bau-

ern fördert das Unternehmen den

Erhalt des Regenwaldes und ermöglicht

der einheimischen Bevölkerung, von

der Coca-Produktion auf die Guayusa-Produktion umzusteigen.

In welche

Unternehmen

investiert

der Impact

Finance Fonds?