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Anders als Andere.

04.11.2026

Verantwortung übernehmen, Perspektiven zusammenbringen, Zukunft gestalten: Diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch den beruflichen Weg von Marion Pester. Seit November 2026 ist sie Präsidentin des Verwaltungsrats der Alternativen Bank Schweiz (ABS). Bereits seit Mai 2024 bringt sie ihre Erfahrung aus Finanzwirtschaft, Wissenschaft und Organisationsentwicklung in das Gremium ein.

Marion Pester

Wer mit Marion Pester spricht, merkt schnell, dass sie wirtschaftliche Fragen nie losgelöst von ihrer gesellschaftlichen Wirkung betrachtet. Wertebasiertes Banking, nachhaltige Entwicklung und verantwortungsvolle Unternehmensführung beschäftigen sie seit Jahrzehnten. Entsprechend erstaunt es nicht, dass sie das Geschäftsmodell der ABS schon lange vor ihrem Eintritt in den Verwaltungsrat aufmerksam verfolgt hat.

«Besonders überzeugt mich, wie transparent die Bank arbeitet und dass sie regelmässig misst, ob sie die gesetzten Ziele auch erreicht», sagt die promovierte Betriebswirtin. Beeindruckt hat sie auch die Kultur der Bank. Die ABS sei in vielerlei Hinsicht ähnlich wie eine Genossenschaft organisiert – eine Organisationsform, mit der sie sich seit ihrem Studium intensiv auseinandersetzt.

Früh spezialisierte sich Marion Pester auf selbstverwaltete und genossenschaftliche Unternehmen. Nach ihrer Promotion am Seminar für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln führte ihr beruflicher Weg zunächst in die Finanzbranche. Während mehr als zwei Jahrzehnten übernahm sie Führungsverantwortung in genossenschaftlich organisierten Finanzinstituten in Deutschland und der Schweiz. Dort lernte sie das Bankgeschäft aus unterschiedlichen Perspektiven kennen und gestaltete Strategie-, Führungs- und Veränderungsprozesse mit.

2016 wechselte sie an die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), später an die OST – Ostschweizer Fachhochschule. Als Dozentin, Institutsleiterin, Professorin und Mitglied der Hochschulleitung beschäftigte sie sich mit Fragen, die sie bis heute prägen: Wie müssen Organisationen geführt werden, um langfristig erfolgreich zu sein? Wie gelingt verantwortungsvolles Wirtschaften? Und wie lassen sich unterschiedliche Interessen zu tragfähigen Entscheidungen zusammenführen?

Heute begleitet die Zweiundsechzigjährige Unternehmen und Führungspersonen als Gutachterin und Coach. Als Mitherausgeberin der Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen (ZfgG) bleibt sie dem wissenschaftlichen Diskurs verbunden. Gleichzeitig bringt sie ihre Erfahrungen aus Banking, Unternehmensführung und Digitalisierung in verschiedene Mandate ein.

Dass Mitarbeitende für den Erfolg einer Organisation entscheidend sind, hat Marion Pester in ihren unterschiedlichen Führungsrollen immer wieder erlebt. Entsprechend wichtig ist ihr die Mitwirkung sowie eine Kultur des Diskutierens und Reflektierens. Eine solche Entscheidungsfindung könne zwar manchmal anstrengend sein, sagt sie lachend: «Als Genossenschafts-Fan diskutiere ich aber gern, und die Ergebnisse sind so einfach besser.»

Als Präsidentin des Verwaltungsrats möchte Marion Pester aktiv zur Weiterentwicklung der ABS beitragen und den Dialog mit den verschiedenen Bezugsgruppen pflegen. «Ich freue mich, gemeinsam mit dem VR-Team, der Geschäftsleitung und allen Mitarbeitenden die Zukunft der ABS auf strategischer Ebene mitzugestalten und zu begleiten», sagt sie. «Schwerpunkte meiner Tätigkeit werden die Pflege der Beziehungen zu den Bezugsgruppen der ABS und die Organisationsentwicklung der Bank sein.»

Die Schweizerin mit Münchner Wurzeln lebt seit 2006 mit ihrem Ehemann in der Deutschschweiz. In ihrer Freizeit widmet sie sich Kunst und Musik und schwimmt und segelt gerne.