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Anders als Andere.

Welche Rolle spielen sie für Einzelne, Firmen und Staaten? Wie schaffen sie Möglichkeiten, und wie verbauen sie sie?

Die neue moneta «Schulden»

Ein mächtiges Instrument

Editorial von Simon Rindlisbacher, Co-Chefredaktor moneta

Schulden – ein Thema, das mit jedem Artikel, den man darüber liest, nicht nur spannender wird, ­sondern auch komplexer. «Gefühlt» (wie meine heranwachsenden Jungs sagen würden) alle haben Schulden: Privatpersonen, Firmen, Staaten. Es gibt sie zudem schon lange, schon länger als Geld. Ja, David Graeber und eine ganze Reihe anderer ­Anthropologinnen und Anthropologen gehen davon aus, dass sie fest zum Menschsein gehören.

Die Anthropologie zeigt auch, dass Schulden gesellschaftlicher Kitt sein können, nämlich dann, wenn es sich um ein ständiges Geben und Nehmen von Waren und Dienstleistungen handelt, wie das in gewissen vorkapi­talistischen Gesellschaften der Fall gewesen sein soll. Man vertraute darauf, dass ein Gefallen mit einem Gegengefallen beglichen werde. Auch die moderne Ökonomie sieht in Schulden meist etwas Positives: Man kann mit einem Kredit ein Haus kaufen, ein Unternehmen gründen oder als Staat die Wirtschaft ankurbeln. Dank dem Geldwesen geht das heute vergleichsweise einfach. Es hat Schulden besonders leicht quantifizierbar und ­übertragbar gemacht. 

Aber: Schulden haben schon immer Abhängigkeiten geschaffen (auch das gemäss Erkenntnissen aus der Anthropologie). Denn als Schuldnerin oder Schuldner ist man am empfangenden Ende einer Beziehung. Man ist Bittstellerin oder Bittsteller, und je dringender man Kredit braucht, desto stärker ist man auf die Gunst des Gegenübers angewiesen. Missbrauch ist da selbstredend nicht mehr weit – und diesen gab und gibt es in Schulden­beziehungen immer wieder. 

Schulden stehen in dieser moneta im Zentrum. Wir fragen: Wie gehen Privatpersonen, Firmen und Staaten mit ihnen um? Welche Auswirkungen haben sie auf einzelne Menschen, die Wirtschaft, die Gesellschaft? Und wie werden sie beurteilt?

Aus der Arbeit an diesem Heft ist mir vor allem eins geblieben: Schulden sind nicht nur ein komplexes Thema, sondern auch ein mächtiges Instrument, das einen verantwortungsvollen Umgang verlangt. Und dieser beginnt für mich damit, dass man sich mit Schulden überhaupt erst aus­einandersetzt und – ganz wichtig – dabei die Komplexität des Themas nicht vorschnell reduziert. Ich hoffe, das ist uns mit diesem Heft gelungen, und wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Zur kompletten Ausgabe der moneta «Schulden» geht es hier.

Über moneta

Um die Grundsätze des wertebasierten Bankgeschäfts bekannt zu machen, gibt die Alternative Bank Schweiz ein unabhängiges Publikumsorgan heraus: moneta, das Magazin für Geld und Geist.

moneta erscheint dreimal jährlich auf Deutsch und Französisch, als Print- und Online-Magazin. Es wird von der Alternativen Bank Schweiz (ABS) herausgegeben und von einer unabhängigen Redaktion betreut.

Die Beiträge geben nicht notwendig die Haltung der ABS wieder, ausser in den «Beiträgen der ABS» oder in speziell markierten Kommentarboxen unter den journalistischen Beiträgen.

moneta spürt Phänomene des Geldkreislaufes auf und fokussiert auf die Wirkung des Geldes in Wirtschaft und Gesellschaft. Das Magazin vermittelt neue, menschen- und umweltfreundliche Wirtschaftsformen und versteht sich als Forum für alternative Ideen und Projekte. moneta nimmt auch Stellung zu finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen und zeigt wirtschaftliche Zusammenhänge auf.

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