Darlehen CHF 100'000
Das Bauen mit Lehm und Erde war bis vor ein paar hundert Jahren normal. Beton, Stahl und Glas haben seither den Baustoff verdrängt. Die Terrabloc SA greift die alte Tradition auf und produziert mithilfe von moderner Technik aus Aushubmaterial stabile Lehmsteine. Der Baustoff ist attraktiv für das Raumklima und senkt den CO2-Ausstoss.

Lehmziegel für ein gutes Innenraumklima. Bild: Jardin Alpin de Meyrin, Genf, FAZ Architekten, 2016
«Für Privatpersonen und Wohnbaugenossenschaften kann es attraktiv sein, selbst Hand anzulegen.»
Rodrigo Fernandez
Wo gebaut wird, sind enorme Mengen an Material im Spiel. Das beginnt beim Aushub, der fortgeschafft werden muss und meist auf einer Deponie landet. «Diese langen Transporte waren mir als Materialingenieur schon immer ein Dorn im Auge», erzählt Rodrigo Fernandez. Sein Kollege, der Architekt Laurent de Wurstenberger, hatte zudem in Afrika die Anwendung von Lehm als Baustoff studiert. Das Duo experimentierte im Labor mit gepressten Lehmsteinen und gewann damit 2011 den Nachhaltigkeitswettbewerb des Kantons Genf. Mit dem Preisgeld von CHF 10'000 entwickelte die neu gegründete Terrabloc SA eine handwerkliche Presse. Damit kann der Aushub direkt auf dem Bauplatz zu Bausteinen verarbeitet werden.
«Für Privatpersonen und Wohnbaugenossenschaften kann es attraktiv sein, selbst Hand anzulegen», erklärt Fernandez. Allerdings ist diese Produktionsmethode arbeits- und zeitintensiv. Für grössere Projekte wie Schulhäuser setzt die Terrabloc deshalb auf die industrielle Fertigung in Partnerschaft mit zwei Betonwerken in der Waadt (Cornaz SA) und in Luzern (Sebastian Müller AG). Dabei nutzt sie jeweils regionalen Aushub, um die Transportwege kurz zu halten.
In den letzten Jahren wurden in gegen 50 Projekten Lehmsteine verbaut, wobei bei korrekter Versteifung mit Betonkernen bis zu fünf Stockwerke möglich sind. Als Zuschlagstoff kommen maximal vier Prozent Zement oder andere Bindemittel zum Einsatz. Auch wenn der lang vergessene Lehmbau derzeit wiederentdeckt werde, brauche es weiterhin viel Beratung, weiss Fernandez: «Das Darlehen des Innovationsfonds ermöglicht es uns, in die technische Unterstützung vor allem in der Deutschschweiz zu investieren.»
Geschäftsführer: Rodrigo Fernandez & Laurent de Wurstenberger